

Letzten Donnerstag hat mich das männliche Zweibein mit nach Berlin genommen. Wie die Fahrt dorthin war? Tja, wenn ich das mal wüßte. Ich bin in Finnentrop hinten ins Auto gehopst, habe die Augen für ein kleines Nickerchen geschlossen und als ich sie wieder öffnete - schwupps, da war ich auch schon in Berlin!
Hier wurde ich schon sehnsüchtig erwartet. Ich habe meinen schmelzendsten Blick aufgesetzt und mich im Herzen meines weiblichen Zweibeins ganz breit gemacht :-)
Die neue Umgebung fand ich sehr aufregend. Das erste Mal traf ich nun auf die anderen vierbeinigen Familienmitglieder, roch und hörte sie. Die 10 Meerschweinchen hier zeigten sich wenig bis garnicht beeindruckt und machten einfach wie gewohnt ihr Ding.
Die 4 Kaninchen sahen mich durch die Sicherheit ihres Schutzgitters zunächst ein wenig mißtrauisch an. Aber ich hatte mindestens genauso viel Schiß wie sie und wollte nicht mal schnuppern.
Ich habe mir stattdessen den Napf füllen lassen, ordentlich reingehauen und bin dann mitternächtlich mit beiden Zweibeinern noch spazieren gegangen. Beide waren schwer beeindruckt, wie wenig mich die Großstadt einschüchtert.
Dann habe ich mich erledigt auf meinem Kissen zusammengerollt und bis morgens tief und fest durchgeschlafen.
Am nächsten Tag bin ich dann mit der weiblichen Zweibeinerin ganz früh eine ausgiebige Runde spazieren gewesen. Sogar Brötchen haben wir gekauft. Eigentlich dürfen Hunde hier nicht mit in die Läden, aber weil ich so ein schicker Kerl bin, hat die nette Bäckereiverkäuferin gern eine Ausnahme gemacht:-)))) Ich sag´s euch, Mädels, meinen Blicken kann keine Frau widerstehen!
Morgens dann haben die frechen Kaninchen ihre Nasen weit durch die Gitter geschoben. Ich bin dann mal vorsichtig gucken gegangen, habe kurz mit dem Chefkaninchen Luna Nasenkontakt gehabt, was wir beide sehr spannend fanden und bin dann schnell wieder auf mein Kissen zurück. War mir schon ein wenig unheimlich, gebe ich ehrlich zu!
Später und die kommenden Tage sind wir kreuz und quer durch Berlin. Ich habe die Berliner Hälfte der Familie kennengelernt, wir waren bis zum Umfallen spazieren, haben bei den netten Tierärztinnen reingeschaut, die bestätigten, was für ein hübscher Kerl ich doch bin. Typisch Frauen halt, waren gleich hin und weg von mir, haben mich betatscht, mir Leckerlies zugesteckt und mich ausführlichst inspiziert;-)))
Ach ja, in Postdam habe ich mich auch einen ganzen Tag gezeigt. Man war insgesamt sehr angetan von mir und meiner Schönheit. Ein junger blinder und taubstummer Mann kam mit seiner Betreuerin in Sans Souci auf uns zu. Wir wurden gefragt, ob der junge Mann mich mal erstasten dürfte, zumal er kurz vorher die Grabstätten der Jagdhunde von Friedrich II. besucht hatte und nun mit mir genau solch ein Hund vorbeikäme. Das war sehr aufregend für den Jungen und mein Herrchen war sehr stolz darauf, daß ich diesem solch eine Freude mit meinem Erscheinen machen konnte. Aber so ist das, ich bin durch und durch ein Sonnenschein:-)))
Abends beim Fernsehen habe ich mich dann immer genau zwischen beide Zweibeiner gekuschelt, gaaanz viele Streicheleinheiten geerntet und zufrieden vor mich hin geratzt:-)
Heute mußte ich wieder mit nach Finnentrop zurück, wo man mich schon sehr vermißt hat.
Mein neues Leben ist wirklich aufregend und ich freue mich schon sehr auf die Zeit, wenn ein weiterer Galgo hier einzieht;-))))